Kunst im Untergrund 2019: Up in Arms


ALEXIS DWORSKY
JOSEFINE GÜNSCHEL
STEPHANIE HANNA
MIRO KAYGALAK
BEATRICE SCHUETT MOUMDJIAN

 
 
15 Sept – 31 Dez 2019
 
Als Reaktion auf das rasante Wachstum der globalen Rüstungsindustrie und die umstrittenen Änderungen in der Beschränkung deutscher Waffenexporte findet die diesjährige Ausgabe des Wettbewerbs »Kunst im Untergrund« unter dem Titel »Up in Arms« (dt. “energisch gegen etwas protestieren”) statt. Durch die Mittel der Kunst will der Wettbewerb den Strukturen des Rüstungshandels in Berlin nachgehen und sie für die Öffentlichkeit sichtbar machen.
 
Berlin dient dabei als Fallstudie für das globale Rüstungsgeschehen. Meistens wird Berlin eher mit Kultur, Aufgeschlossenheit und Geschichte in Verbindung gebracht. Gleichzeitig ist die Stadt jedoch ein Zentrum der politischen Macht und spielt in der deutschen und globalen Waffenindustrie eine wichtige Rolle, die oft übersehen oder gerne auch ignoriert wird. Diese Zusammenhänge werden durch künstlerische Interventionen an ausgewählten historischen und aktuellen Orten, die in Verbindung mit dem System des Waffenhandels stehen, transparent. Damit wird der Kunst der Raum gegeben, ihr Widerstandspotenzial auszuschöpfen und »Up in Arms« zum Protest aufzurufen.
 
Seit seiner Erstauflage 1958, die sich an Grafiker_innen aus der DDR richtete, steht die politische Rolle der Kunst im Mittelpunkt des Wettbewerbs. Anlass und Thema waren damals die politischen Spannungen im Kontext der Aufrüstung und die Angst vor einem neuen Krieg. Im Jahr 1982, als das Wettrüsten seinen Höhepunkt erreichte, nahm sich der Wettbewerb erneut diesem Thema an, da künstlerische Reaktionen und Proteste dringend nötig erschienen. Die diesjährige Ausgabe von »Kunst im Untergrund« ist eine Reminiszenz an den friedlichen Impuls, aus dem dieser Wettbewerb hervorgegangen ist. Seit den Terroranschlägen vom 11. September 2001 verzeichnet der weltweite Waffenhandel eine Zunahme um mehr als fünfzig Prozent 1 und stellt dadurch Fragen zu Waffen und Abrüstung in ein neues Licht. Vor diesem Hintergrund sind künstlerische Interventionen, Widerstand und Engagement erneut von akuter Relevanz.
 
Die diesjährige Ausgabe von »Kunst im Untergrund« mit dem Titel »Up in Arms« widmet sich daher dem Waffenhandel in einer kritischen Auseinandersetzung. Die künstlerischen Arbeiten markieren für die Rüstungsindustrie wichtige historische und aktuelle Orte, um die wirtschaftlichen und politischen Strukturen des Handels offenzulegen. Parallel dazu finden Stadtführungen zum Lobbyismus der Rüstungsindustrie statt und ein Stadtplan bietet online weitere Informationen und Recherchen zu den in Berlin ansässigen Hauptakteur_innen. Zusammengenommen sollen die Projektteile die vielschichtigen Dimensionen und Folgen der Waffenindustrie für die Öffentlichkeit deutlich machen.
 
 
Alexis Dworsky »Fitte Kadenz«
14 September 2019 ab 16:30

Start- und Endpunkt: Platz der Luftbrücke, Haupteingang Flughafen Tempelhof

15 September 2019 ab 16:30

Start- und Endpunkt: Eingang zum U6-Bahnhof Stadtmitte, Höhe Friedrichstraße 60

27 September 2019 ab 17:30

Start- und Endpunkt: Kunstquartier Bethanien, Mariannenplatz 2
 
Josefine Günschel »VERSICHERN | ENTSICHERN«
20 September – 31 Oktober 2019
Plakatflächen hinter den Gleisen U7-Bahnhof Fehrbelliner Platz
(20 September – 21 Oktober 2019)
Plakatflächen hinter den Gleisen U8-Bahnhof Kottbusser Tor (1 – 31 Oktober 2019)
 
Stephanie Hanna »Worauf basiert Frieden?«
15 September – 15 November 2019
Platz der Luftbrücke, Haupteingang Flughafen Tempelhof
 
Miro Kaygalak »Dual-Use«
15 September – Ende Dezember 2019
Plakatflächen hinter den Gleisen der U6-Bahnhöfe Paradestraße und Platz der Luftbrücke
 
Beatrice Schuett Moumdjian
»Forensic Excavations Inventory or The Total Deconstruction of an Armenian Family«
15 September – 4 November 2019
Plakatflächen hinter den Gleisen U6-Bahnhof Stadtmitte
 
 
21 September – 27 Oktober 2019

FÜHRUNGEN mit LobbyControl

Immer Samstag und Sonntag, 14:00

DE: 21, 22, 28 Sept | 6, 12, 13, 19, 27 Okt | 2, 3, 25 Nov

EN: 29 Sept | 5, 20, 26 Okt

Anmeldung unter: https://www.lobbycontrol.de/upinarms
 
 
 
 
nGbK-Projektgruppe:
Ayşe Güngör, Cassandra Mehlhorn, Gabriela Seith, Amalie Sølling-Jørgensen, Johanna Werner
 
Projektkoordination: Naomi Hennig
 
Mehr Informationen zur Auslobung (beendet) hier:
http://upinarms.ngbk.de/auslobung
 
 
 
»Kunst im Untergrund« ist ein Projekt der neuen Gesellschaft für bildende Kunst:

 
Finanziert von:

Senatsverwaltung für Kultur und Europa. Kunst im Stadtraum
 
Unterstützt von:

 
 
 
 

1 https://www.gn-stat.org (zuletzt abgerufen am 05.03.2019)
Bild links: Ehemaliger Flughafen Tempelhof - Platz der Luftbrücke 5, 12101 Berlin: Schauplatz von Militärparaden im 18. und 19. Jahrhundert, sowie Standort der Rüstungsproduktion in der NS-Zeit